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An der Spitze des Wandels: Nachhaltige Praktiken gestalten

03-07-2025

Nachhaltigkeit ist längst mehr als nur ein Schlagwort: Sie ist zu einem zentralen Bestandteil der Unternehmensstrategie geworden. Angesichts knapper werdender Ressourcen, einer schnell wachsenden Bevölkerung und der gravierenden Folgen des Klimawandels sind nachhaltige Geschäftspraktiken für den zukünftigen Erfolg von Unternehmen von entscheidender Bedeutung.

Von David Catanho, Sustainability Transformation Manager für den Geschäftsbereich Fahrzeugreparaturlacke bei AkzoNobel

AkzoNobel hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt: So sollen die CO₂-Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette bis 2030 um 50 % reduziert werden. Als Lieferant für Karosserie- und Reparaturbetriebe unterstützt das Unternehmen seine Kunden aktiv dabei, ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen – unter anderem mit dem Programm „Sustainable Repair Network”.

 
CO₂-Emissionen gezielt steuern

Das Sustainable Repair Network stellt Produkte, Dienstleistungen und digitale Tools bereit, die eine messbare Verbesserung der CO₂-Bilanz von Werkstätten ermöglichen. Durch Besuche in Werkstätten und die Analyse verschiedener Betriebsaspekte identifizieren wir Potenziale, um den Einstieg in nachhaltige Prozesse zu erleichtern oder bestehende Strategien zu optimieren und zu beschleunigen.

Während sich viele Unternehmen auf Scope-1- und Scope-2-Emissionen – also direkte und indirekte Emissionen im eigenen Betrieb – fokussieren, konzentriert sich AkzoNobel gezielt auf Scope-3-Emissionen. Dabei handelt es sich um Emissionen, die außerhalb der direkten Geschäftstätigkeit entstehen, insbesondere nachgelagerte Emissionen. Diese sind besonders schwer zu messen, zu beeinflussen und zu steuern.


Die Werkzeuge

Das Sustainable Repair Network bietet drei Hauptservices, mit denen sich für jede Werkstatt individuelle Strategien entwickeln lassen – basierend auf konkreten, umsetzbaren Daten und Erkenntnissen.

Das erste Tool ist der „Carbon Pulse“. Dabei wird die CO₂-Bilanz einer Werkstatt umfassend erfasst und quantifiziert. AkzoNobel liefert anhand von Daten zum Energieverbrauch, der Anzahl reparierter Fahrzeuge und weiteren Produktionskennzahlen wichtige KPIs (Key Performance Indicators), die eine Bewertung des aktuellen Status und die Entwicklung gezielter Maßnahmen ermöglichen.

Das zweite Tool, der „Energy Pulse”, unterstützt Werkstätten dabei, ihre Emissionsziele zu erreichen. Es handelt sich um eine Art Energieaudit, das alle Energieverbrauchsbereiche einer Werkstatt umfasst – von der Lackierkabine über die Beleuchtung bis hin zur Belüftung. Selbst kleine Veränderungen im täglichen Betrieb können sich im Jahresverlauf erheblich auf den Energieverbrauch auswirken.

Das dritte Tool ist der „4R-Pulse“ – Repair, Reduce, Reuse, Recycle, also Reparieren, Reduzieren, Wiederverwenden und Recyceln. Es zeigt, welcher Ansatz in welcher Situation am nachhaltigsten ist. So kann der Austausch eines Stoßfängers durch ein neues Teil beispielsweise zunächst wirtschaftlicher erscheinen. Berücksichtigt man jedoch die Aspekte Herstellung, Transport und Entsorgung, kann eine Reparatur die nachhaltigere und langfristig sogar günstigere Lösung sein.

Der Fokus liegt also nicht nur auf finanziellen Aspekten, sondern auf einem grundlegenden Perspektivwechsel hin zu mehr Nachhaltigkeit und Langlebigkeit. Die zentrale Frage lautet: Wie können wir langfristige Nachhaltigkeit über kurzfristige Einsparungen stellen?


Gemeinsam für den Wandel

Offener Dialog ist der Schlüssel zu echter Nachhaltigkeit. Bei AkzoNobel fördern wir deshalb aktiv den Austausch – auch mit unseren Mitbewerbern – und sind überzeugt, dass Zusammenarbeit und voneinander Lernen zu positiven Veränderungen in der gesamten Branche führen können.

Natürlich variiert das Bewusstsein für Nachhaltigkeit innerhalb Europas. Einige Regionen sind bereits weiter, andere stehen noch am Anfang. Deshalb verfolgt das Sustainable Repair Network einen Bottom-up-Ansatz: Veränderungen sollen von der Basis ausgehen, breit aufgestellt und praxisnah sein.

Unser Ziel ist es, die gesamte Reparaturbranche zur Teilnahme an dieser Initiative zu bewegen. Das Programm steht allen Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette offen, denn nur so lässt sich eine spürbare Wirkung in der gesamten Industrie erzielen. Der Erfolg wird nicht nur an der Anzahl der unterstützten Werkstätten gemessen, sondern auch daran, wie diese Unterstützung konkret zur Erreichung unseres Ziels einer 50-prozentigen Reduktion beiträgt – basierend auf echten Daten, nicht auf Schätzungen.


Zukunftsperspektiven

Vom Werkstattboden bis in die Vorstandsetagen: Entscheidend ist die Zusammenarbeit aller Beteiligten mit Nachhaltigkeit als treibende Kraft. Der Wandel wird durch ein wachsendes Bewusstsein für ökologische Verantwortung und den Wunsch nach positiver Veränderung getragen.

AkzoNobel arbeitet im Geschäftsbereich Fahrzeugreparaturlacke aktiv daran, die Zusammenarbeit über Werkstätten hinaus auszuweiten. Im Rahmen der Weiterentwicklung des „Sustainable Repair Network” prüft das Unternehmen derzeit Partnerschaften mit externen Organisationen, um seine Führungsrolle im Bereich Nachhaltigkeit und CO₂-Neutralität weiter auszubauen.

Der Weg ist noch lang und die Reise hat gerade erst begonnen. Viele Fragen sind noch offen – und als Branche sind wir uns der Gefahr von „Greenwashing“ bewusst. Daher ist Vertrauen essenziell. Was wir jedoch wissen: Der Zugang zu echten Daten kann echten, spürbaren Wandel bewirken.

Hier erfahren Sie mehr über das „Sustainable Repair Network“